Die zentrale Bedeutung des Fair Play
Sport fördert fundamentale humane Werte und trägt somit sehr stark zur Prävention von Extremismus, Gewalt und Fremdenfeindlichkeit bei.
- Respekt vor dem Gegner,
- Achtung und Befolgung von Regeln,
- das Einhalten von Fair Play,
- Abbau von Vorurteilen und
- Entwicklung des Teamgeists.
Fairness ist eine wesentliche Grundlage des Sports. Regeltreue, Chancengleichheit und Achtung der Konkurrenten sind unverzichtbare Voraussetzungen für einen reellen Leistungsvergleich.
Faires Verhalten setzt zunächst ein Regelwerk voraus, das einzuhalten ist. Dann muss aber noch etwas dazukommen - denn wenn jemand - sei es im Sport oder in anderen gesellschaftlichen Zusammenhängen, in denen Regeln gelten - lediglich die Regeln befolgt, wird man nicht von Fairness sprechen.
Die Regeln im Sport sollen bewirken, dass die Gegnerschaft auf das Spiel beschränkt bleibt. Sie sorgen für Gleichberechtigung. Wer in einem Wettkampf verliert, der weiß, dass er, wenn er sich anstrengt, beim nächsten Mal gewinnen kann. In dieser Chance liegt der Grund, warum aus Gegnerschaft nicht Feindschaft wird. Fairness meint damit auch, dass wir trotz aller Gegensätze in der Sache, trotz aller Konkurrenz und trotz unserer eigenen Interessen nie vergessen dürfen, dass es einen festen Kern an Gemeinsamkeit geben muss.
Insofern gibt es eine Verbindung von Sport und Gesellschaft. In unserer demokratischen Gesellschaft hat jeder die gleichen Chancen, sich an der politischen Willensbildung zu beteiligen. Und die fairen demokratischen Spielregeln garantieren, dass jede Position die Möglichkeit hat, einmal gesellschaftliche Mehrheit zu werden. Es darf keine strukturellen Minderheiten geben, keine Gruppen, die immer verlieren, nur weil sie dieser einen Gruppe angehören.
Weil die Idee der Fairness gerade in unseren demokratischen Gesellschaften eine so wichtige Bedeutung hat, müssen wir sie fördern. Über den Sport lässt sich der Sinn von verbindenden und verbindlichen Regeln oft leichter vermitteln als über die Ebene der Politik, gerade gegenüber Jugendlichen. Vor allem ihnen müssen wir das Prinzip der Fairness verständlich machen als eines, das nicht nur für den Sport, sondern für die ganze Gesellschaft von zentraler Bedeutung ist.
Toleranz und Anerkennung, die Grundlagen des fairen sportlichen Wettbewerbs, können dabei helfen, Vorurteile abzubauen und Minderheiten in die Gesellschaft zu integrieren. Damit leistet der Sport einen wichtigen Beitrag zur Prävention von Extremismus, Gewalt und Fremdenfeindlichkeit.
Aufgabe des Staates und des Sportes sollte es daher sein, die Gedanken von Toleranz und Fairness mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu fördern.
Das Bundesministerium des Innern hat auf Vorschlag des Sports die bekannte Olympia-Siegerin Rosi Mittermaier-Neureuther zur Nationalen Botschafterin für Toleranz und Fair Play im Sport ernannt: Eine ihrer Aufgaben ist es, bei der jährlichen Verleihung des Preises für Sport, Toleranz und Fair Play des Bundesinnenministeriums mitzuwirken.



